Querdenker willkommen

Querdenker
willkommen

Der Maschinen- und Anlagenbau verändert sich so schnell wie nie zuvor. Vernetzte Technik macht die Fertigung intelligent. In der Digital Factory von Dürr treiben 80 Leute diese Entwicklung voran. Markus Hummel ist Mitglied des Führungsteams. Für den 51-jährigen Ingenieur zählen Erfahrung und frische Ideen junger Mitarbeiter, die Lust haben, den Wandel zu gestalten.

Markus Hummel - Abteilungsleiter Software Engineering & Solution Development

Der Maschinenbauingenieur arbeitet seit 17 Jahren bei Dürr. Er beschäftigt sich intensiv mit Manufacturing-Execution-Systemen, also komplexen Programmen, die die Produktionsprozesse ganzer Fabriken kontrollieren und steuern. Hummel ist darüber hinaus in der Digital Factory von Dürr für die Entwicklung digitaler Produkte verantwortlich – einem der wichtigsten Zukunftsbereiche des Konzerns.


DIE DIGITALISIERUNG SCHREITET IMMER WEITER VORAN. WIE WIRKT SICH DAS AUF DIE ANFORDERUNGEN AN IHRE MITARBEITER AUS?

Die Auswirkungen sind weitreichend. Vor 20 Jahren haben sich Automatisierungstechniker nebenher die nötigen Programmierkenntnisse angeeignet – sie waren Generalisten. Das reicht heute nicht mehr. Wir benötigen #Experten, die ein Spezialgebiet haben und es perfekt beherrschen. Sie müssen zum Beispiel den Aufbau ganzer Software-Systeme planen und wissen, wie die Komponenten zusammenspielen.


WAS MUSS MAN DAFÜR NEBEN DEN TECHNISCHEN FÄHIGKEITEN MITBRINGEN?

Neben den fachlichen Qualifikationen müssen unsere Mitarbeiter heute kreativer und aufgeschlossener sein als früher. Sie müssen neue Trends schnell erkennen und die Chancen technischer Entwicklungen beurteilen können. Denn der Wandel in unserer Branche erfolgt immer schneller. Und wir wollen diesen Wandel mitgestalten – mit frischen und unkonventionellen Ideen. Deshalb sind auch #Querdenker in unseren Reihen willkommen.


WIE HABEN SICH DIE ANFORDERUNGEN AN DIE PERSÖNLICHKEIT VERÄNDERT?

Kommunikative Kompetenz ist besonders wichtig geworden. In einem komplexen, digitalen Projekt kann niemand mehr jedes Detail kennen. Spezialisten sehen vor allem ihren eigenen Bereich. Sie müssen deshalb präzise und verständlich beschreiben können, woran sie arbeiten und wo ihre Probleme liegen. Nur dann können Vorgesetzte den Überblick behalten und das Team erfolgreich führen.


WARUM ENTSCHEIDEN SICH JUNGE IT-EXPERTEN FÜR DÜRR?

Weil wir an den großen Ideen der Zukunft arbeiten. Bei uns geht es ganz ähnlich zu wie in den bekannten Software- und Internethäusern. Ich bin aber überzeugt, dass die Aufgaben hier spannender sind. Denn neben der Neu- und Weiterentwicklung unserer Produkte arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen und passen unsere Software ihren Bedürfnissen an. Dafür müssen wir in ihren Produktionsstätten vor Ort sein. Wer bei uns arbeitet, kommt also auch viel in der Welt herum.


JULIAN SPÖCKER

JULIAN SPÖCKER

JULIAN SPÖCKER

JULIAN SPÖCKER


Neuer Prototyp
Der digitale Wandel gelingt nur mit entsprechend ausgebildeten Menschen. Deshalb bereitet der Konzern Mitarbeiter gezielt auf die digitale Arbeitswelt vor. Julian Spöcker ist einer von ihnen.


# 1987:  Geboren in Freudenstadt
# 2008:  Einstieg HOMAG Group
# 2011:  Abschluss duales Bachelorstudium
# 2011:  Start im Life Cycle Service der HOMAG Group
# 2015:  Abschluss duales Masterstudium
# 2017:  Beginn der Arbeit mit tapio

 

Julian Spöcker ist gerade 30 Jahre alt, aber er kennt die HOMAG Group bereits sehr gut. Die Dürr-Tochter baut Holzbearbeitungsmaschinen, die in Fabriken und Werkstätten auf der ganzen Welt stehen. Diese Anlagen können heute viel mehr als sägen, bohren und leimen. Sie sind vernetzt und fertigen Möbel automatisch – fast wie von Geisterhand. Seine Arbeit betreibt Spöcker mit Leidenschaft. Im Gespräch steht er immer wieder auf, malt mit dem Faserstift Quadrate, Kreise und Pfeile auf die weiße Tafel an der Wand. Maschine hier, Kunde da. Hier die digitale Plattform, die Möbelproduzent, Maschinenbauer und Zulieferer verbindet. Und dort ein digitaler Marktplatz, der sich mit Handy oder Tablet betreten lässt.

tapio bietet einen solchen digitalen Marktplatz und führt verschiedene Unternehmen aus der Holzindustrie über das Internet der Dinge zusammen. „tapio hilft der Holzindustrie, den nächsten Schritt bei der Digitalisierung zu gehen“, sagt Spöcker – und spricht von einem ganzen Ökosystem, das da entsteht. Kunden können mithilfe von tapio ihre Produktion analysieren, flexibler planen und Service-Techniker per Video erreichen. Künftig sind weitere Funktionen vorgesehen. Wartungstermine wird man exakt vorhersagen und die Fertigung optimieren können. Spöcker leitet den Vertrieb bei tapio, beschränkt sich aber nicht nur aufs Verkaufen: Eine der wichtigsten Aufgaben seines Teams ist es, gemeinsam mit Partnern digitale Produkte für die Holzindustrie zu entwickeln.

FRISCHE IDEEN FÜR DEN WANDEL
Im traditionsbewussten Maschinenbau ist das nicht die klassische Arbeitsweise. Bislang wurde hier hochwertige Technik über Jahre im eigenen Haus entwickelt und dann erst verkauft. „Heute werden die Anwendungen häufig ganz früh beim Kunden erprobt und gemeinsam verbessert“, sagt Spöcker. Ein Arbeitsstil, der für ihn normal ist. Erfahrene Ingenieure sehen in Spöcker eher einen Querdenker. Aber solche Leute braucht es mehr denn je. Jeder weiß, dass die Branche einen tief greifenden Wandel durchläuft. Und dass frische und unkonventionelle Ideen wichtig sind. „Die entwickle ich gerne mit“, sagt Spöcker und lacht. Mitarbeiter wie ihn fördert Dürr gezielt. Der Wirtschaftsingenieur mit Fachrichtung Maschinenbau begann nach dem informationstechnischen Abitur ein duales Studium bei der HOMAG Group. Vorlesungen an der Hochschule wechselten mit praktischen Abschnitten – die ihn auch mehrere Monate nach Singapur führten. Während des Studiums ging Spöcker bereits der Frage nach, ob man mit Facebook oder Twitter den Vertrieb im Maschinenbau ankurbeln kann. Er schmunzelt. „Die Zeit war noch nicht reif für dieses Thema.“


„Heute stehen digitale Funktionen im Mittelpunkt, mit denen sich Maschinen auch nachträglich versehen lassen.“

Julian Spöcker, Leiter Vertrieb tapio

ERFOLG IM KALTEN WASSER
Spöckers erste feste Stelle bei der HOMAG Group war ein Sprung ins kalte Wasser. Er sollte ein digitales System für den weltweiten Kundenservice einführen. Fernwartung, Service­-Tickets, die Einsätze der Techniker – all das sollte im Konzern einheitlich gelöst werden. Er besuchte 14 Auslandsgesellschaften, kam bis nach Australien, schulte die Kollegen. „Da hatte ich es mit erfahrenen Technikern zu tun.“ Die waren gewohnt, ihr eigenes Ding zu machen, und begegneten ihm entsprechend skeptisch. Eine Bewährungsprobe? Spöcker nickt. Er schloss den Job mit Erfolg ab. Das Lob seiner Kollegen motivierte ihn. Zumal er wertvolles Wissen sammelte. „Ich habe gelernt, welche Bedürfnisse unsere Kunden haben.“ Heute ist er als interner Berater ein häufiger Gesprächspartner – auch für erfahrenere Kollegen. Manchmal sitzt er mit Vorständen am Besprechungstisch. Eine gute Gelegenheit, um zu zeigen, was er kann.

GIPFELSTÜRMER WILLKOMMEN
In den nächsten Jahren würde Spöcker gern einen Marktbereich aufbauen und führen. In einem mittelständischen, aber weltweit tätigen Konzern wie Dürr ist das kein kühner Traum, sondern ein realistisches Ziel. Gipfelstürmer sind willkommen. Neben der Arbeit machte er vor drei Jahren seinen Master in Internationalem Management. Der Konzern unterstützte ihn bei dem zweiten Studium – auch finanziell. Spöcker ist überzeugt: „Jeder bekommt hier die Chance, was zu reißen."


ggg

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