Pressemeldung

Dürr gewinnt mit neuer Technologie Großauftrag in der Klebetechnik

Bietigheim-Bissingen, 21. November 2012 – Dürr hat vom Volkswagen-Konzern seinen bisher größten Auftrag in der Klebetechnik für den Automobil-Karosseriebau erhalten. Bis Ende 2014 wird der Unternehmensbereich Application Technology sukzessive rund 520 automatische Klebesysteme bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm sowie im VW-Werk Bratislava installieren. Dürr erhielt den Zuschlag unter anderem aufgrund seiner innovativen Kurzraupentechnologie. Beim Punktschweißkleben – einer Kombination aus Schweißen und Kleben – erlaubt sie einen schnelleren und präziseren Kleberauftrag.

Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „Der Auftrag ist ein 
Meilenstein beim strategischen Ausbau des Klebetechnikgeschäfts.“ Durch die Akquisition der Klebetechnikfirmen Rickert und Kleinmichel im Jahr 2010 hat Dürr sein Angebot in diesem Technologiebereich stark erweitert. Der Konzern bietet seinen Kunden Lösungen für alle Klebeanwendungen im Automobilbau. Ralf W. Dieter: „Der anspruchsvolle Auftrag von Audi unterstreicht, dass wir auch in diesem Bereich technologisch an der Spitze stehen. Zudem treiben wir die regionale Expansion in der 
Klebetechnik erfolgreich voran, zum Beispiel mit Projekten in China und Mexiko.“

Die von Audi bestellten Klebesysteme werden im Karosseriebau der Modelle A4, A5 und Q7 zum Einsatz kommen. Das Kleben dient neben dem Dämmen und Abdichten vor allem zur Verbindung von Karosserieteilen. Das Verfahren ist flexibler als das herkömmliche Schweißen, da es sich nicht nur für Bleche, sondern auch für moderne Faserverbundstoffe (z.B. Kohlefaser) eignet. Daher kann die Automobilindustrie mithilfe der Klebetechnik kraftstoffsparende Leichtbaukonzepte mit neuen Werkstoffen realisieren. Außerdem erhöht das Kleben die Festigkeit verbundener Bleche um ein Mehrfaches. Dies verbessert die Crash-Sicherheit der Karosserie erheblich. Kernkomponenten der Dürr-Klebesysteme sind Dosiertechnik, Auftragskopf, Kleberpumpe und Steuerung. Der Auftragskopf, der die präzise Dosierung der Klebermasse gewährleistet, wird mithilfe eines Roboters positioniert.

Rund die Hälfte der 520 bestellten Klebesysteme wird Dürr mit seiner neuartigen Kurzraupentechnologie ausstatten. Sie arbeitet mit einem Servoantrieb, der ein schnelleres Öffnen und Schließen des Auftragskopfs ermöglicht als herkömmliche Nadelventile und -pistolen mit Pneumatik. Dadurch kann die Kleberraupe beim Punktschweißkleben in exakt definierten Abständen unterbrochen werden. An den kleberfreien Stellen können Schweißpunkte angebracht werden, ohne den Klebstoff zu „verbrennen“. Ein weiterer Vorteil: Die Kurzraupentechnologie beschleunigt die Kleberapplikation erheblich, was die Taktzeiten im Karosseriebau reduziert.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Gut 80 % des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit vier Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems plant und baut Lackierereien und Endmontagewerke für die Automobil- und Flugzeugindustrie. Application Technology sorgt mit ihren Robotertechnologien für den automatischen Lack-, Dichtstoff- und Klebstoffauftrag. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem beim Auswuchten und Reinigen, im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Der vierte Unternehmensbereich Clean Technology Systems beschäftigt sich mit Verfahren zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Abluftreinigung. Weltweit verfügt Dürr über 50 Standorte in 23 Ländern und beschäftigt rund 7.500 Mitarbeiter. Dürr erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von 1,9 Mrd. €.