Pressemeldung

Dürr gut in das Jahr 2015 gestartet und voll im Plan

Bietigheim-Bissingen, 12. Mai 2015 - Der Dürr-Konzern ist gut in das Jahr 2015 gestartet und liegt nach dem ersten Quartal im Plan. Auftragseingang und Umsatz sind gegenüber dem Vorjahr um knapp 60 % auf 895,5 Mio. € beziehungsweise 849,2 Mio. € gestiegen. Zu diesem Wachstum trug vor allem die seit Oktober 2014 einbezogene HOMAG Group bei. Auch die bisherigen Aktivitäten von Dürr (ohne HOMAG) konnten Auftragseingang und Umsatz um 8 % beziehungsweise 11 % steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich im ersten Quartal 2015 um 7 % auf 47,4 Mio. €. Es enthält allerdings Sonderaufwendungen von 11,5 Mio. € infolge von Rechnungslegungseffekten der HOMAG-Übernahme. Die EBIT-Marge lag im ersten Quartal bei 5,6 %. Ohne Berücksichtigung der Sonderaufwendungen stieg das EBIT um 33 %, die operative EBIT-Marge betrug 6,9 %. Ab dem zweiten Quartal werden die Sonderaufwendungen stark abnehmen. Daher erwartet Dürr, dass die EBIT-Zielmarge von 7 bis 7,5 % (einschließlich Sonderaufwendungen) im Gesamtjahr 2015 erreicht wird.

Geschäftszahlen erstes Quartal 2015

  • Auftragseingang und Umsatz steigen um knapp 60 %
  • Operatives EBIT mit +33 % im Plan
  • Ergebnis nach Steuern beinhaltet Sonderaufwand für HOMAG-Integration

Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „2015 wird beim Ertrag das angekündigte Übergangsjahr, da nach der HOMAG-Übernahme die bei derartigen Akquisitionen üblichen Sondereffekte anfallen. Operativ sind wir voll auf Kurs. Aus heutiger Sicht spricht alles dafür, dass wir unsere Jahresziele bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis erreichen können.“

Der Auftragsbestand lag Ende März 2015 mit 2,9 Mrd. € auf Rekordniveau. Das Service-Geschäft wuchs um 64,5 % und damit stärker als der Gesamtumsatz; sein Anteil am Gesamtumsatz stieg von 24,1 % auf 25,2 %. Im Lackieranlagenbau (Paint and Final Assembly Systems) und in der Maschinenbau-Division Measuring and Process Systems stiegen Auftragseingang und Umsatz teils deutlich.

HOMAG erzielte mit 287,2 Mio. € einen Rekordauftragseingang und konnte sein EBIT mit 12,4 Mio. € mehr als verdoppeln. Die Integration in den Dürr-Konzern verläuft planmäßig. Im Juni startet HOMAG die Umsetzung des Optimierungsprogramms FOCUS. Schwerpunkte sind die Expansion in China und Nordamerika, der Ausbau des Service-Geschäfts und des Systemgeschäfts sowie die Optimierung von Geschäftsprozessen, IT-Systemen und der Organisation. Für FOCUS werden im Jahr 2015 Einmalaufwendungen von bis zu 10 Mio. € anfallen. Im Mai wird HOMAG in die Dürr-Konzernfinanzierung einbezogen. Dies erfordert 2015 einmalige Umstellungskosten von 3,9 Mio. €, spart ab 2016 aber 2,3 Mio. € pro Jahr. Insgesamt werden Synergien von 5 bis 10 Mio. € erwartet.

Mit F&E-Ausgaben von 21,2 Mio. € (+82 %) setzte Dürr seinen Innovationskurs im ersten Quartal 2015 fort. Die Investitionen stiegen von 8,3 Mio. € auf 17,3 Mio. €. Sie flossen unter anderem in den Bau neuer Standorte in China und den USA sowie eines Trainingszentrums in Südkorea.

Das Finanzergebnis schwächte sich vorübergehend auf -11,9 Mio. € ab (Q1 2014: -3,9 Mio. €). Dies resultiert neben der Umstellung der Konzernfinanzierung auch aus weiteren Sondereffekten infolge des seit März geltenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der HOMAG Group AG. Der Vertrag führte im ersten Quartal außerdem zu einem einmaligen Anstieg der Steuerquote auf 52,7 %. Daher verringerte sich das Ergebnis nach Steuern von 29,2 Mio. € auf 17,0 Mio. €. Ab dem zweiten Quartal wird die Steuerquote wieder auf rund 30 % sinken.

Der operative Cashflow erreichte im ersten Quartal 2015 mit 39,6 Mio. € knapp das gute Vorjahresniveau (42,7 Mio. €). Der Nettofinanzstatus war mit 220,2 Mio. € nur 91,8 Mio. € niedriger als am 31. März 2014, obwohl zwischenzeitlich 228,1 Mio. € für den HOMAG-Erwerb abflossen. Die Eigenkapitalquote sank infolge des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der HOMAG Group AG temporär auf 20,9 %, dürfte bis Ende 2015 aber wieder in Richtung 25 % steigen. Ralph Heuwing, Dürr-Finanzvorstand und Vorstandsvorsitzender der HOMAG Group AG: „Unsere Bilanz ist weiterhin solide, die HOMAG-Übernahme haben wir gut bewältigt. Nun treiben wir die Optimierung bei HOMAG voran, um das Unternehmen zu seinem vollen Potenzial zu entwickeln.“

Zum 31. März 2015 beschäftigte der Dürr-Konzern 14.220 Mitarbeiter, davon 5.705 bei HOMAG. Im Jahresverlauf wird ein leichtes Belegschaftswachstum erwartet.

AUSBLICK
Aus heutiger Sicht rechnet Dürr im Jahr 2015 mit einem Auftragseingang von 3,2 bis 3,5 Mrd. €. Der Umsatz soll 3,4 bis 3,5 Mrd. € erreichen, dazu dürfte die HOMAG Group knapp 1 Mrd. € beisteuern. Beim EBIT plant Dürr einen Zuwachs im zweistelligen Millionenbereich. Die EBIT-Marge dürfte im Jahr 2015 bei 7,0 bis 7,5 % liegen. Hintergrund ist, dass die HOMAG Group operativ noch eine geringere Marge erzielt als der Konzerndurchschnitt. Die Sondereffekte infolge der HOMAG-Akquisition fielen schwerpunktmäßig im ersten Quartal an und werden im weiteren Jahresverlauf sowie in den Folgejahren spürbar abnehmen. Durch operative Optimierungen sowohl bei der HOMAG Group als auch im bisherigen Dürr-Konzern soll die EBIT-Marge von Dürr langfristig wieder 8 bis 10 % erreichen.

KENNZAHLEN (IFRS)
DÜRR-KONZERN1,2
in Mio. € Q1
2015
Q1
2014
∆ in %
Auftragseingang 895,5 564,4 58,7
Auftragsbestand (31.3.) 2.904,7 2.160,8 34,4
Umsatz 849,2 538,2 57,8
Bruttoergebnis 181,5 115,7 56,9
Forschungs- und Entwicklungskosten 21,2 11,6 82,5
EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern) 70,8 50,8 39,6
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 47,4 44,2 7,3
Ergebnis nach Steuern 17,0 29,2 -41,8
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) 39,6 42,7 -7,3
Free Cashflow 22,3 33,8 -34,0
Investitionen (ohne Akquisitionen) 17,3 8,3 107,5
Bilanzsumme (31.3.) 3.096,7 2.007,3 54,3
Eigenkapital (einschl. nicht beherrschende Anteile) (31.3.) 646,2 537,5 20,2
Eigenkapitalquote (31.3.) (in %) 20,9 26,8 -5,9 % Punkte
Nettofinanzstatus (31.3.) 220,2 312,0 29,4
Net Working Capital (31.3.) 113,2 -33,8 -
ROCE3 (Return on Capital Employed, annualisiert, in %) 42,8 70,5 -27,7 %-Punkte
Mitarbeiter (31.3.) 14.220 8.259 72,2
Ergebnis je Aktie (in €) 0,48 0,83 -42,2
Paint and Assembly Systems
in Mio. € Q1
2015
Q1
2014
∆ in %
Auftragseingang 278,9 254,0 9,8
Umsatz 297,9 251,6 18,4
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 23,1 21,0 9,8
Mitarbeiter (31.3.) 3.118 3.112 0,2
Application Technology
in Mio. € Q1
2015
Q1
2014
∆ in %
Auftragseingang 133,6 135,3 -1,3
Umsatz 130,1 127,4 2,1
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 13,0 12,8 1,8
Mitarbeiter 1.818 1.572 15,6
Measuring and Process Systems
in Mio. € Q1
2015
Q1
2014
∆ in %
Auftragseingang 161,9 138,6 16,8
Umsatz 136,6 128,3 6,4
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 12,5 11,7 6,9
Mitarbeiter (31.3.) 2.911 3.007 -3,2
Clean Technology Systems
in Mio. € Q1
2015
Q1
2014
∆ in %
Auftragseingang 33,6 36,5 -7,9
Umsatz 29,9 30,9 -3,2
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 0,5 0,9 -46,2
Mitarbeiter (31.3.)  474 440 7,7
Woodworking Machinery and Systems
in Mio. € Q1
2015
Auftragseingang 287,2
Umsatz 254,3
EBIT (nach Kaufpreisallokation) 0,9
EBIT (vor Kaufpreisallokation) 12,4
Mitarbeiter (31.03.) 5.705
1Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
2Die HOMAG Group AG (Division Woodworking Machinery and Systems) war im ersten Quartal 2014 noch nicht konsolidiert.
3Bei der Berechnung des Capital Employed werden die Finanzanlagen nicht mehr berücksichtigt. Der Vorjahreswert wurde angepasst.

Der Dürr-Konzern zählt zu den weltweit führenden Maschinen- und Anlagenbauern. Produkte, Systeme und Services von Dürr ermöglichen hocheffiziente Fertigungsprozesse in unterschiedlichen Industrien. Rund 65% des Umsatzes entfallen auf das Geschäft mit Automobilherstellern und -zulieferern. Weitere Abnehmerbranchen sind zum Beispiel der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie und – seit der Übernahme der HOMAG Group AG im Oktober 2014 – die holzbearbeitende Industrie. Dürr verfügt über 92 Standorte in 28 Ländern. Im Jahr 2015 strebt der Konzern mit 14.200 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,4 bis 3,5 Mrd. € an. Der Konzern agiert mit fünf Divisions am Markt:

  • Paint and Final Assembly Systems: Lackierereien und Endmontagewerke für die Automobilindustrie
  • Application Technology: Robotertechnologien für den automatischen Auftrag von Lack sowie Dicht- und Klebstoffen
  • Measuring and Process Systems: Auswucht- und Reinigungsanlagen sowie Prüf- und Befülltechnik
  • Clean Technology Systems: Abluftreinigungsanlagen und Energieeffizienztechnik
  • Woodworking Machinery and Systems: Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie