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Eine Riesenchance

Die Europäische Union begibt grüne und soziale Anleihen, Deutschland fördert Elektromobilität mit Milliardenbeträgen und der Chef des größten Vermögensverwalters der Welt schreibt jedes Jahr die börsennotierten Firmen weltweit an und erinnert sie an ihre Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Dr. Jochen Weyrauch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Dürr AG, und Finanzvorstand Dietmar Heinrich erläutern, wie der Dürr-Konzern seine Finanzierung und seine Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeit ausrichtet.

 

Herr Heinrich, die EU finanziert sich verstärkt mit sogenannten „grünen“ Anleihen. Die Dürr AG war 2019 das erste Unternehmen, das ein Schuldscheindarlehen mit Nachhaltigkeitskomponente begeben hat. Was ist seitdem passiert?

DH: Die Begebung des → nachhaltigen Schuldscheins im Jahr 2019 war im Nachhinein ein klarer Schnitt. Seitdem haben wir nur noch Finanzierungsinstrumente mit Nachhaltigkeitskomponente begeben. Dazu zählen neben unserer → Kreditlinie auch → zwei weitere Schuldscheine und eine → Wandelanleihe.

Was macht zum Beispiel Ihre Schuldscheindarlehen nachhaltig?

DH: Wir treffen mit den Schuldscheinkäufern eine zusätzliche Vereinbarung: Wenn wir es schaffen, unser Nachhaltigkeitsrating zu verbessern, dann zahlen wir weniger Zinsen. Dabei gibt es nur Gewinner. Wenn wir zum Beispiel unseren Ressourcenverbrauch reduzieren, profitiert die Umwelt. Gleichzeitig sinkt das Risiko unseres Geschäftsmodells in den Augen des Schuldscheinkäufers. Das geringere Risiko übersetzt sich automatisch durch die zusätzliche Vereinbarung in niedrigere Zinsen. Davon profitieren wir wiederum als Unternehmen. Das funktioniert übrigens auch in die andere Richtung: Wenn wir uns im Nachhaltigkeitsranking verschlechtern, müssen wir mehr Zinsen zahlen.

Wer misst, wie nachhaltig das Unternehmen ist und wie es sich entwickelt hat?  

DH: Wir richten uns an der Entwicklung unseres EcoVadis-Nachhaltigkeitsratings aus. Die Experten der renommierten Agentur bewerten uns nach 21 Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte sowie Ethik und nachhaltige Beschaffung. In das Ergebnis fließen etwa unser CO2-Ausstoß und Energieverbrauch ein, aber auch, wie wir die Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette fördern. Derzeit liegt Dürr in dem Rating im guten Mittelfeld. Von 100 möglichen Punkten haben wir → 55 erreicht. Wenn wir auf 62 steigen, zahlen wir weniger Zinsen.

Herr Dr. Weyrauch, „Lieferkette“ ist ein gutes Stichwort. Welche Anforderungen stellen denn Ihre Kunden an Sie als Lieferant, wenn es um Nachhaltigkeit geht?

JW: Gerade die großen Autobauer fragen uns sehr formal, wie wir uns organisieren, welche Regeln wir uns und unseren Lieferanten auferlegen und wie wir deren Befolgung nachhalten, zum Beispiel beim Arbeitsschutz. Als Unternehmen wird von uns erwartet, dass wir uns klar zu nachhaltigen Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention bekennen. Das hört sich selbstverständlich an, ist in der Umsetzung aber häufig ein komplexes Unterfangen. Um unsere Entschlossenheit zu unterstreichen, sind wir im letzten Jahr dem → Netzwerk UN Global Compact beigetreten. Unsere Kunden möchten auch sehen, dass wir unsere eigenen Emissionen senken und dafür einen klaren Plan haben. Auch deshalb entwickeln wir aktuell eine Klimastrategie im Einklang mit den Pariser Klimazielen.

UN Global Compact

Der UN Global Compact ist die weltweit wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Der Dürr-Konzern gehört dem Netzwerk seit Oktober 2020 an und setzt sich gemeinsam mit mehr als 15.000 Unternehmen und Organisationen für eine nachhaltige Zukunft ein.

EcoVadis

Das Ratinghaus bewertet die Nachhaltigkeit von Unternehmen. Schwerpunkte sind Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte sowie Integrität und Beschaffung. Bei den neuen Finanzierungsbausteinen des Dürr-Konzerns gilt: Je besser das Rating, desto niedriger die Zinsen.

Human Rights Policy

Die → konzernweite Grundsatzerklärung zur Achtung von Menschenrechten und fairen Arbeitsbedingungen unterstreicht und konkretisiert die unternehmerische Sorgfaltspflicht. Ziel ist es, Menschenrechtsverletzungen im Dürr-Konzern und bei Lieferanten auszuschließen. Inhalte sind beispielsweise Arbeitssicherheit, der Schutz vor Diskriminierung sowie der Kampf gegen Kinderarbeit.

Klimastrategie

Die nun initiierte Klimastrategie wird den Weg zu weniger CO2-Ausstoß definieren. Sie baut auf Maßnahmen im Unternehmen und in der Lieferkette – sowie auf das riesige Einsparpotenzial beim Betrieb unserer Produkte durch unsere Kunden.

Die Automobilhersteller stehen besonders im Fokus der Klimaschützer. Was hat das für Auswirkungen auf Dürr als Lieferant?

JW: Von den Vorständen der Automobilkonzerne hören wir klare Bekenntnisse zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks. Für uns ist das eine Riesenchance. Der Dürr-Konzern verfolgt bereits seit vielen Jahren das Ziel, Produkte mit der industrieweit höchsten Ressourceneffizienz zu entwickeln. Das ist sozusagen Bestandteil der Dürr-DNA. Mit unserer Technik und intelligenter Software können wir wesentlich dazu beitragen, dass unsere Kunden nachhaltiger wirtschaften und ihre Klimaziele erreichen. Für die Einkaufsabteilungen unserer Kunden zählt jedoch immer noch eher der Preis und nicht die nachhaltigste Lösung. Da gibt es deutlich Luft nach oben.

 

Elektroautos verzeichneten einen rasanten Absatzanstieg. Spiegelt sich das in den Auftragsbüchern des Dürr-Konzerns wider?

JW: Elektromobilität ist für uns ein klarer Wachstumstreiber. Wir haben neue Kunden dazugewonnen, viele davon Start-ups mit hohen Ambitionen, die unsere Erfahrung schätzen. Sie kommen gerne mit uns ins Geschäft, weil wir ihnen qualitativ hochwertige, flexible und effiziente Lösungen in Endmontage, Fertigungssteuerung und Lackiererei anbieten und weil Dürr für seine Umsetzungsstärke bekannt ist. Mit der → Akquisition von Teamtechnik haben wir diese Kompetenz jetzt auch für den Antriebsstrang von Elektrofahrzeugen.

Die Transformation zu einer CO2-neutralen Gesellschaft ist für den Dürr-Konzern also eher eine Chance?

JW: Ja, absolut! Neben ressourcenschonenden Anlagen und Software-Lösungen sowie der Produktionstechnik für Elektroautos bieten wir zum Beispiel → Beschichtungstechnik für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien. Mit unserer Umwelttechnik profitieren wir außerdem von sinkenden Emissionsgrenzwerten. Den Megatrend → nachhaltiges Bauen nutzen wir schließlich mit unseren Lösungen für den Holzelementebau. In vielen dieser Wachstumsmärkte haben wir uns mit Kooperationen und Übernahmen weiter gestärkt, um diese Chancen bestmöglich zu adressieren.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

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