Beim seriellen Bauen werden Gebäudemodule industriell in automatisierten Fabriken vorgefertigt und können dann auf der Baustelle innerhalb weniger Tage zusammengesetzt werden. Das spart Zeit und Kosten, außerdem können Unternehmen so den Arbeitskräftemangel besser ausgleichen. Holzhäuser – auch mit mehreren Geschossen – eignen sich besser für die Serienfertigung als herkömmliche Gebäude, deren Herstellung nur schwer automatisierbar ist.
Auch ökologisch punktet der Rohstoff Holz. Anders als Beton nimmt Holz Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf – ein Kubikmeter Holz bindet rund eine Tonne Kohlenstoff. In Gebäuden kann der natürliche Baustoff Jahrhunderte überdauern und so als Kohlenstoffspeicher dienen. Und er lässt sich im Gegensatz zu anderen Baustoffen energiearm rückbauen und recyceln – damit unterstützt er das Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Da Holz nachwächst, droht auch keine Knappheit, sofern Wälder vorausschauend bewirtschaftet werden.
Gute Wachstumschancen
Während die Wachstumsprognosen für das Baugeschäft insgesamt moderat sind, bietet das Holzbaugeschäft überdurchschnittliche Chancen. Der Anteil von Wohnhäusern, die mit Holz gebaut werden, steigt seit Jahren. Im ersten Halbjahr 2025 lag er in Deutschland bei rund 28 %. Auch beim Bau von mehrgeschossigen Wohngebäuden und Infrastrukturprojekten wie Kindertagesstätten und Schulen kommt der Baustoff vermehrt zum Einsatz. Hinzu kommt: Länder wie die USA, die traditionell bereits überwiegend mit Holz bauen, wollen weg von der zeit- und personalintensiven Handarbeit und setzen zunehmend auf Vorfertigung und Automatisierung.
Weiteres Potenzial liegt im Sanierungsgeschäft. Allein in Deutschland müssen in den nächsten Jahren 3,4 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern modernisiert werden. Für die energetische Sanierung eignen sich Holzfassadenelemente hervorragend. Verlagert man deren Produktion in Fabriken, lassen sich die passgenau angefertigten und bereits gedämmten Elemente auf der Baustelle einfach und minimalinvasiv anbringen. Das macht die Sanierung schneller, wirtschaftlicher und weniger störend. Holzbauelemente eignen sich auch für die Erweiterung bereits bestehenden Wohnraums, insbesondere für Dachaufstockungen.
Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „Das Holzbaugeschäft ist eines der wichtigsten Wachstumsfelder für den Dürr-Konzern. In den kommenden Jahren rechnen wir hier mit durchschnittlich rund 10 % Umsatzwachstum. Mit seriellem Holzbau lässt sich der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und damit eines der drängendsten gesellschaftlichen Probleme entschärfen. Darüber hinaus ist der Holzbau eine klimafreundliche Alternative zum emissionsintensiven konventionellen Bauen.“
Gebündelte Kompetenzen
Die für die Industrialisierung des Holzbaus erforderlichen Maschinen und Anlagen liefern drei HOMAG-Töchter aus Deutschland und Dänemark. Im Schulterschluss decken die Unternehmen Weinmann, System TM und Kallesoe alle wesentlichen Prozessschritte ab, die für die Fertigung von Wand-, Decken- und Dachelementen nötig sind.
Auch international zählt HOMAG zu den leistungsfähigsten Anbietern von Produktionstechnik für den Holzbau. Das unterstreicht ein Ende 2025 erteilter Großauftrag aus Nordamerika mit einem hohen zweistelligen Millionen-Euro-Volumen. Es handelt um den bisher größten Auftrag von HOMAG im Holzbau. Geliefert werden mehrere Linien für die automatisierte Fertigung von Holzbaumodulen für Ein- und Mehrfamilienhäuser. HOMAG hat Erfahrung mit Projekten in ähnlicher Größenordnung. 2021 baute das Unternehmen in Sachsen-Anhalt erstmals eine komplette Fabrik für Holzbauteile wie Wände und Decken.







