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Pressemeldung

Dürr-Konzern verbessert Profitabilität deutlich

Vorläufige Geschäftszahlen 2025

- EBIT vor Sondereffekten steigt um 19 % auf 232 Mio. €

- Auftragseingang durch konjunkturelle Unsicherheit gedämpft

- Starkes Schlussquartal

- Ausblick 2026: Weitere Ergebnisverbesserung angestrebt

Hinweis: Die folgenden Geschäftszahlen beziehen sich in der Regel auf die fortgeführten Geschäftsbereiche ohne das am 31. Oktober 2025 veräußerte Umwelttechnikgeschäft.

Bietigheim-Bissingen, 5. März 2026 — Der Dürr-Konzern hat seine operative Profitabilität im Jahr 2025 trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds deutlich gesteigert. Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 19 % auf 232 Mio. €, die Marge lag mit 5,6 % leicht über der Zielbandbreite von 4,5 bis 5,5 %. Hauptgründe waren die Ertragsstärke im Geschäft der Division Automotive mit der Automobilindustrie und die gesteigerte Ergebnisresilienz in der Holzbearbeitungstechnik der Konzerntochter HOMAG. Das Konzernergebnis nach Steuern verdoppelte sich auf 206 Mio. €. Es profitierte neben der verbesserten operativen Performance von einem hohen Buchgewinn (227 Mio. € nach Steuern) aus dem Verkauf der Umwelttechniksparte im Oktober. Der Free Cashflow erreichte mit 162 Mio. € ebenfalls ein sehr hohes Niveau. 2026 strebt der Maschinen- und Anlagenbauer eine weitere Steigerung der EBIT-Marge vor Sondereffekten an. Dies setzt allerdings voraus, dass der Krieg im Nahen Osten die Weltwirtschaft nur vorübergehend beeinträchtigt.

Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „2025 war herausfordernd. Die Zollkonflikte und die weltpolitischen Spannungen haben die Investitionsbereitschaft vieler Kunden gedämpft. Dass wir das Ergebnis trotzdem deutlich steigern konnten, unterstreicht die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells. Mit Blick auf die anhaltenden Unsicherheiten setzen wir weiter auf Kostenoptimierungen und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Auf dieser Basis wollen wir zukünftig wieder profitabel wachsen, sofern es infolge der aktuellen Entwicklungen nicht zu anhaltenden Marktverwerfungen kommt.“

Der Auftragseingang blieb mit 3,89 Mrd. € unter dem Vorjahreswert (-18 %). Dies kam in Teilen erwartet, da 2024 von einem Rekordauftragseingang in der Lackiertechnik geprägt war. Zudem wurde der Auftragseingang im zweiten und dritten Quartal 2025 stark durch die wirtschaftliche Verunsicherung infolge der Zollkonflikte beeinträchtigt. In beiden Quartalen erreichte das Bestellvolumen jeweils nur rund 0,8 Mrd. €. Das vierte Quartal brachte eine deutliche Verbesserung auf 1,25 Mrd. €, die unter anderem von zwei Großprojekten in der Lackiertechnik in Nordamerika und Europa getragen wurde. Zudem gewann HOMAG im Geschäft mit Produktionstechnik für klimafreundliche Holzhäuser den bisher größten Auftrag mit einem hohen zweistelligen Millionen-Euro-Wert. Auch darüber hinaus zog die Nachfrage aus dem Holzhausbau weiter an, während im Geschäft mit der Möbelindustrie noch keine Erholung in Sicht ist.

Der Umsatz verringerte sich 2025 um 3 % auf 4,17 Mrd. €. Dies resultierte neben der allgemeinen Konjunkturschwäche auch aus kundenseitigen Verzögerungen bei der Abwicklung von Großprojekten.

Einen erheblichen Beitrag zur operativen Margenverbesserung erbrachte die Lackiertechnik als größtes Geschäftsfeld. Die dafür zuständige Division Automotive weitete ihre EBIT-Marge vor Sondereffekten von 8,4 auf 8,6 % aus. Die von HOMAG gebildete Division Woodworking steigerte die Marge bei leicht rückläufigem Umsatz von 3,6 auf 5,5 %. Die Basis bildeten Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen, mit denen sich HOMAG an die seit Ende 2022 anhaltende Nachfrageschwäche in der Möbelindustrie angepasst hat. Die Division Industrial Automation erwirtschaftete eine geringe Marge von 3,4 %, vor allem weil die Batterieproduktionstechnik infolge der Marktschwäche in Europa einen Verlust auswies. Dürr hat dieses Geschäft zuletzt neu aufgestellt und Anfang 2026 in die Division Automotive umgegliedert.

Das hohe Konzernergebnis nach Steuern (206 Mio. €) geht unter anderem auf den Buchgewinn aus dem Verkauf der Umwelttechnik zurück. Gegenläufig wirkten Sonderaufwendungen in Höhe von 204 Mio. €. Die größte Position in den Sonderaufwendungen bildeten nicht zahlungswirksame Wertminderungen bei Industrial Automation (135 Mio. €). Darüber hinaus sind Aufwendungen von 38 Mio. € für Restrukturierungsmaßnahmen enthalten. Sie beziehen sich größtenteils auf die im Sommer angekündigte Verkleinerung der Verwaltung um rund 500 Stellen.

Konzernumbau erfolgreich vorangetrieben
Die Anpassung der Verwaltung ist Teil einer tiefgreifenden Transformation, mit der sich Dürr seit Mitte 2024 schlanker und effizienter aufstellt. Im Zuge des Konzernumbaus wurde die Zahl der Divisions von fünf auf drei reduziert. Unter dem Motto „Sustainable.Automation“ konzentriert sich der Konzern nun auf das Kerngeschäft rund um automatisierte und nachhaltige Produktionsprozesse. Außerhalb des Kerngeschäfts liegende Geschäfte wie die Umwelttechnik (rund 400 Mio. € Umsatz) und die Befülltechnik von Agramkow (rund 45 Mio. € Umsatz) wurden veräußert. Zudem wurden der Lackieranlagenbau und der Bereich Lackierroboter in der neuen Division Automotive vereint. Dr. Jochen Weyrauch: „Mit dem weitgehenden Abschluss des Konzernumbaus ist Dürr heute schlanker und resilienter aufgestellt. Unsere hochautomatisierten, energieeffizienten und nachhaltigen Produktionsprozesse ermöglichen es unseren Kunden, ihre Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.“

Der Free Cashflow von 162 Mio. € markiert einen Zehnjahresrekord. Er enthält allerdings vorgezogene Kundenzahlungen, die erst für 2026 erwartet wurden. Durch den hohen Free Cashflow und den Erlös aus dem Verkauf der Umwelttechnik (295 Mio. € brutto) sank die Nettofinanzverschuldung um 331 Mio. € auf 66 Mio. €. Finanzvorstand Dietmar Heinrich: „Unsere Bilanz ist grundsolide. Die Nettoverschuldung liegt wieder auf dem niedrigen Niveau der Jahre vor der Akquisition von BBS Automation. Zugleich erreichten wir eine Eigenkapitalquote von knapp 30 %. Finanziell sind wir gut für das geplante zukünftige Wachstum aufgestellt.“

Die Beschäftigtenzahl sank im Vorjahresvergleich um 3,9 % auf 17.881 zum 31. Dezember 2025. In Deutschland beschäftigte der Konzern 8.552 Personen nach 8.884 am Vorjahresstichtag.

Ausblick: 2026 wird weitere Margenverbesserung angestrebt
Angesichts der geo- und handelspolitischen Spannungen und der jüngsten Eskalation im Nahen Osten ist weiterhin mit einem sehr hohen Maß an gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit zu rechnen. Der Ausblick setzt voraus, dass die Auswirkungen von internationalen Konflikten, insbesondere des Kriegs im Nahen Osten, begrenzt bleiben und es nicht zu anhaltenden Marktverwerfungen kommt.

Der Auftragseingang soll 2026 eine Spanne von 3,8 bis 4,2 Mrd. € erreichen und könnte folglich um bis zu 8 % steigen. Das Ziel für den Umsatz beträgt 3,9 bis 4,3 Mrd. € und berücksichtigt den rückläufigen Auftragseingang im Vorjahr. Die Prognose für die EBIT-Marge vor Sondereffekten liegt bei 5,0 bis 6,5 %. Der Vorstand strebt grundsätzlich eine weitere Margenverbesserung an. Dafür sprechen zum Beispiel weiteres Ergebnispotenzial bei HOMAG, die Verlustbereinigung im Batteriegeschäft, operative Optimierungen im Automatisierungsgeschäft von BBS Automation sowie Kostenentlastungen in der Verwaltung.

Alle Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 sind vorläufig und ungeprüft. Sie wurden noch nicht durch den Aufsichtsrat genehmigt. Der Geschäftsbericht 2025 mit den endgültigen Zahlen erscheint am 26. März 2026.

KENNZAHLEN fortgeführte Geschäftsbereiche (IFRS), Gesamtjahr
Mio. € 2025 2024 ∆ in %
Auftragseingang 3.894,8 4.745,7 -17,9
Auftragsbestand (31.12.) 3.727,8 4.160,6 -10,4
Umsatz 4.168,4 4.290,9 -2,9
Bruttoergebnis1 929,6 903,0 2,9
Forschungs- und Entwicklungskosten 141,0 136,6 3,2
EBITDA1 306,5 307,5 -0,3
EBIT vor Sondereffekten1,2 232,4 196,0 18,5
EBIT1 28,5 152,4 -81,3
Ergebnis nach Steuern1 -50,0 62,4 -
Bruttomarge1 in % 22,3 21,0 +1,3%-Pkte.
EBIT-Marge vor Sondereffekten1,2 in % 5,6 4,6 +1,0%-Pkte.
EBIT-Marge1 in % 0,7 3,6 -2,9%-Pkte.
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 355,2 352,0 0,9
Free Cashflow 161,8 129,6 24,8
Investitionen (ohne Akquisitionen) 141,1 183,0 -22,9
Bilanzsumme (31.12.) 4.664,7 4.978,4 -6,3
Eigenkapitalquote (31.12.) in % 29,0 24,6 +4,4%-Pkte.
Nettofinanzstatus (31.12.) -65,7 -396,2 83,4
Net Working Capital (31.12.) 307,1 421,3 -27,1
ROCE (Return on Capital Employed, annualisiert) in % 15,6 11,4 +4,2%-Pkte.
Beschäftigte (31.12.) 17.881 18.604 -3,9
1 Die Ergebniskennzahlen der fortgeführten Geschäftsbereiche enthalten Belastungen aus Allokationseffekten
(2025: -8,7 Mio. €, 2024: -16,7 Mio. €), die aus dem Verkauf der Umwelttechnik resultieren
2 Sondereffekte: 2025: -203,9 Mio. € (inkl. -135,3 Mio. € Wertminderungen), 2024: -43,7 Mio. €
KENNZAHLEN Gesamtkonzern (IFRS), Gesamtjahr
Mio. € 2025 2024 ∆ in %
Auftragseingang 4.171,2 5.137,2 -18,8
Umsatz 4.480,2 4.698,1 -4,6
EBIT vor Sondereffekten1 270,3 257,9 4,8
EBIT 330,0 206,0 60,2
Ergebnis nach Steuern 206,4 102,1 102,0
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 392,7 384,3 2,2
Free Cashflow 192,8 156,9 22,8
Ergebnis je Aktie unverwässert in € 2,93 1,47 99,3
Ergebnis je Aktie verwässert in € 2,93 1,41 107,8
1 Sondereffekte: 2025: +59,7 Mio. € (inkl. -135,3 Mio. € Wertminderungen), 2024: -51,9 Mio. €
KENNZAHLEN fortgeführte Geschäftsbereiche (IFRS), 4. Quartal
Mio. € Q4 2025 Q4 2024 ∆ in %
Auftragseingang 1.245,1 1.038,9 19,9
Umsatz 1.116,3 1.142,9 -2,3
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) vor Sondereffekten 82,3 58,7 40,1
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) 32,0 37,8 -15,4
Ergebnis nach Steuern 17,9 8,9 100,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 147,4 123,8 19,0
Free Cashflow 76,7 55,6 38,0
Automotive
Mio. € 2025 2024 ∆ in %
Auftragseingang 1.861,4 2.606,3 -28,6
Umsatz 2.054,4 2.057,1 -0,1
EBIT vor Sondereffekten 176,9 171,8 2,9
EBIT 164,1 166,3 -1,3
Beschäftigte (31.12.) 6.515 6.682 -2,5
Industrial Automation
Mio. € 2025 2024 ∆ in %
Auftragseingang 678,3 811,8 -16,4
Umsatz 767,6 851,9 -9,9
EBIT vor Sondereffekten 26,2 30,9 -15,3
EBIT -142,2 0,7 -
Beschäftigte (31.12.) 4.044 4.258 -5,0
Woodworking
Mio. € 2025 2024 ∆ in %
Auftragseingang 1.380,1 1.356,9 1,7
Umsatz 1.371,5 1.413,5 -3,0
EBIT vor Sondereffekten 76,1 50,8 49,8
EBIT 66,3 43,7 51,7
Beschäftigte (31.12.) 6.471 6.802 -4,9

Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Maschinen- und Anlagenbauer mit besonderer Kompetenz in den Technologiefeldern Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz. Seine Produkte, Systeme und Services ermöglichen hocheffiziente und nachhaltige Fertigungsprozesse – vor allem in der Automobilindustrie, bei Produzenten von Möbeln und Holzhäusern sowie bei der Montage von Medizin- und Elektroprodukten und in der Batteriefertigung. Der Dürr-Konzern erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von knapp 4,2 Mrd. € und hat derzeit rund 18.000 Beschäftigte sowie 124 Standorte in 32 Ländern. Seit dem Verkauf der Umwelttechniksparte Ende Oktober 2025 ist das Geschäft in drei Divisions gebündelt:

  • Automotive: Lackiertechnik, Endmontage-, Prüf- und Befülltechnik sowie Produktionstechnik für Batterieelektroden
  • Industrial Automation: Montage- und Prüfsysteme für Automobilkomponenten, Medizinprodukte und Konsumgüter sowie Auswuchtlösungen
  • Woodworking: Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie

Diese Veröffentlichung wurde von der Dürr AG/dem Dürr-Konzern selbstständig erstellt und kann Aussagen zu wichtigen Themen wie Strategie, zukünftigen finanziellen Ergebnissen, Ereignissen, Marktpositionen und Produktentwicklungen enthalten. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind – wie jedes unternehmerische Handeln in einem globalen Umfeld – stets mit Unsicherheit verbunden. Sie unterliegen einer Vielzahl von Risiken, Ungewissheiten und anderen Faktoren, die in Veröffentlichungen der Dürr AG, insbesondere im Abschnitt „Risiken“ des Geschäftsberichts, beschrieben werden, sich aber nicht auf diese beschränken. Sollten sich eine(s) oder mehrere dieser Risiken, Ungewissheiten oder andere Faktoren realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrundeliegenden Erwartungen nicht eintreten beziehungsweise Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen des Dürr-Konzerns wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die als zukunftsgerichtete Aussagen formuliert wurden. Zukunftsgerichtete Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie „erwarten“, „wollen“, „ausgehen“, „rechnen mit“, „beabsichtigen“, „planen“, „glauben“, „anstreben“, „einschätzen“, „werden“ und „vorhersagen“ oder an ähnlichen Begriffen. Die Dürr AG übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt nicht, zukunftsgerichtete Aussagen ständig zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren. Aussagen zu Marktpositionen basieren auf den Einschätzungen des Managements und werden durch externe, spezialisierte Agenturen unterstützt.

Unsere Finanzberichte, Präsentationen, Presse- und Ad-hoc-Meldungen können alternative Leistungskennzahlen enthalten. Diese Kennzahlen sind nach den IFRS (International Financial Reporting Standards) nicht definiert. Bitte bewerten Sie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Dürr-Konzerns nicht ausschließlich auf Basis dieser ergänzenden Finanzkennzahlen. Sie ersetzen keinesfalls die im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit den IFRS ermittelten Finanzkennzahlen. Die Ermittlung der alternativen Leistungskennzahlen kann auch bei gleicher oder ähnlicher Bezeichnung von Unternehmen zu Unternehmen abweichen. Weitere Informationen zu den von der Dürr AG verwendeten alternativen Leistungskennzahlen finden Sie im → Finanzglossar auf der Webseite.