Pressemeldung

Dürr blickt auf Rekordjahr zurück

Vorläufige Zahlen für 2011

Bietigheim-Bissingen, 21. Februar 2012 – Der Dürr-Konzern hat im Jahr 2011 bei allen wesentlichen Kennzahlen besser abgeschnitten als im Vorjahr. Der Auftragseingang stieg um 64% auf die historische Höchstmarke von 2.684,9 Mio. €. Dabei profitierte der Maschinen- und Anlagenbauer von dem anhaltenden Kapazitätsaufbau der Automobilindustrie in China und anderen Emerging Markets. Viele Automobilhersteller holten Investitionen nach, die sie in der Krise 2008/2009 verschoben hatten. Bei einem Umsatzwachstum von 52% auf 1.922,0 Mio. € stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 106,5 Mio. €. Damit überschritt Dürr beim EBIT erstmals die Schwelle von 100 Mio. €. Die EBIT-Marge betrug 5,5%. Die Dividende soll von 0,30 € im Vorjahr auf 1,20 € je Aktie angehoben werden. Die Tarifmitarbeiter in Deutschland erhalten für 2011 eine Erfolgsbeteiligung von 1.500 €. In das laufende Jahr ist der Konzern mit einem Rekordauftragsbestand von 2.142,7 Mio. € gestartet.

Im Jahr 2011 erzielte Dürr 65% des Auftragseingangs in den Emerging Markets. Rund ein Drittel aller Bestellungen entfiel auf China, wo Dürr über 1.400 Mitarbeiter beschäftigt (einschließlich Externe). Auch in Nordamerika legte die Nachfrage deutlich zu. Der Ergebnisanstieg resultierte aus der kräftigen Umsatzausweitung und damit verbundenen Skaleneffekten bei moderater Kostenentwicklung. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 3,4 Mio. € auf -20,7 Mio. €. Dazu trug vor allem die verbesserte Finanzierungsstruktur mit der im Jahr 2010 begebenen Unternehmensanleihe bei. Bei einer Steuerquote von 25,1% ergibt sich ein Jahresüberschuss von 64,3 Mio. €.

Um seinen Innovationskurs fortzusetzen, erhöhte Dürr die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 14,4% auf 29,5 Mio. €. Die Investitionen stiegen auf 43,0 Mio. € (2010: 28,7 Mio. €). Davon entfielen knapp 20 Mio. € auf Akquisitionen: Dürr beteiligte sich mit 55% an dem dänischen Befülltechnikunternehmen Agramkow und mit 10% an dem japanischen Lackieranlagenbauer Parker Engineering. Ferner erwarb der auf Energieeffizienz spezialisierte Unternehmensbereich Clean Technology Systems 50% an dem Technologieunternehmen Cyplan, das auf die Gewinnung von Strom aus Abwärme spezialisiert ist.

Der operative Cashflow erhöhte sich um 72,5 Mio. € auf 127,9 Mio. €. Maßgeblich war zum einen der Ergebnisanstieg, zum anderen erhöhte sich das Nettoumlaufvermögen trotz des deutlichen Geschäftswachstums nur geringfügig. Im November 2011 erwarb Dürr seinen Hauptstandort in Bietigheim-Bissingen, den das Unternehmen zuvor geleast hatte. Trotz der Erwerbskosten von 51 Mio. € verfügte der Konzern zum Bilanzstichtag über ein Nettofinanzguthaben von 51,8 Mio. €. Aufgrund des Ergebnisanstiegs erhöhte sich das Eigenkapital um 14% auf 364,3 Mio. €.

2011 stellte Dürr weltweit 792 zusätzliche Mitarbeiter ein; weitere 116 Mitarbeiter kamen durch die Agramkow-Beteiligung hinzu. Von den 6.823 Konzermitarbeitern entfallen 31% auf die Emerging Markets und 46% auf Deutschland. An den deutschen Standorten entstanden 197 neue Stellen.

Ausblick

In den ersten Wochen des laufenden Jahres setzte sich die starke Nachfrage fort. Daher geht Dürr von einem anhaltend positiven Marktumfeld in der Automobilindustrie aus. Auch der nordamerikanische Markt zeigt ein erfreuliches Wachstum. Dadurch kann Dürr die schwächere Nachfrage in Westeuropa, auf das 2011 lediglich 9% (ohne Deutschland) der Bestellungen entfielen, gut ausgleichen.

Aus heutiger Sicht dürfte der Auftragseingang im laufenden Jahr 2 Mrd. € überschreiten. Der Umsatz soll um mindestens 5% auf über 2 Mrd. € steigen. Dafür sprechen der hohe Auftragsbestand und die starke Position von Dürr in den Emerging Markets. Das Ergebnis soll abermals stärker als der Umsatz steigen; für 2012 wird eine EBIT-Marge von 5,5 bis 6,0% angestrebt. Die Belegschaft wird sich voraussichtlich um rund 300 Personen vergrößern. Neben den Emerging Markets sollen auch in Deutschland zusätzliche Stellen entstehen.

Alle genannten Geschäftszahlen sind vorläufig und ungeprüft. Sie wurden noch nicht durch den Aufsichtsrat genehmigt.

KENNZAHLEN (IFRS)1
DÜRR-KONZERN
in Mio. Euro 2011 2010 ∆ in %
Auftragseingang 2.684,9 1.642,2 63,5
Auftragsbestand (31.12.) 2.142,7 1.359,1 57,7
Umsatz 1.922,0 1.261,4 52,4
Bruttoergebnis 331,4 237,5 39,5
Forschungs- und Entwicklungskosten -29,5 -25,8 -14,3
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 106,5 36,6 191,0
Ergebnis nach Steuern 64,3 7,1 805,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) 127,9 55,4 130,9
Free Cashflow 91,8 22,9 300,9
Investitionen (ohne Akquisitionen) 23,4 16,6 41,0
Bilanzsumme (31.12.) 1.661,0 1.216,5 36,5
Eigenkapital (einschl. nicht beherrschende Anteile) (31.12.) 364,3 319,4 14,1
Nettofinanzguthaben (31.12.) 51,8 23,6 119,5
Net Working Capital (31.12.) 32,6 27,3 19,4
ROCE (Return on Capital Employed) (31.12.) 28,4 10,3 -
Mitarbeiter (31.12. 6.823 5.915 15,4
Ergebnis je Aktie (in €) 3,58 0,37 -
Dividende je Aktie (in €) 1,202 0,30 -
Dürr-Konzern
in Mio. Euro Q4 2011 Q4 2010 ∆ in %
Auftragseingang 618,4 541,5 14,2
Umsatz 614,7 406,9 51,1
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern ) 44,9 22,3 101,3
Ergebnis nach Steuern 29,7 17,0 74,7
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) 99,7 88,8 12,3
Free Cashflow 96,5 78,0 23,7
Paint and Assembly Systems
in Mio. Euro 2011 2010 ∆ in %
Auftragseingang 1.340,4 753,1 78,0
Umsatz 878,7 582,0 51,0
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 40,5 13,8 193,5
Mitarbeiter (31.12) 2.524 2.183 15,6
Application Technology
in Mio. Euro 2011 2010 ∆ in %
Auftragseingang 580,8 314,1 84,9
Umsatz 406,8 267,2 52,2
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 31,1 11,6 168,1
Mitarbeiter (31.12) 1.203 1.081 13,4
Measuring and Process Systems
in Mio. Euro 2011 2010 ∆ in %
Auftragseingang 662,7 496,4 33,5
Umsatz 550,4 344,7 59,7
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 31,4 10,3 204,9
Mitarbeiter (31.12) 2.790 2.444 14,2
Clean Technology Systems
in Mio. Euro 2011 2010 ∆ in %
Auftragseingang 101,0 78,6 28,5
Umsatz 86,1 67,5 27,6
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis u. Steuern) 4,9 3,5 40,0
Mitarbeiter (31.12) 205 180 13,9
Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
1 Der Zinsaufwand aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde 2011 umgegliedert. Die Zahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.
2 Dividendenvorschlag

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Gut 80% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit vier Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems plant und baut Lackierereien und Endmontagewerke für die Automobilindustrie. Application Technology sorgt mit ihren Robotertechnologien für den automatischen Lackauftrag. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Der vierte Unternehmensbereich Clean Technology Systems beschäftigt sich mit Verfahren zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Abluftreinigung. Weltweit verfügt Dürr über 49 Standorte in 22 Ländern und beschäftigt rund 6.800 Mitarbeiter. Dürr erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von 1,9 Mrd. €. 

 

 

 

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