Pressemeldung

Steigendes Geschäftsvolumen für Dürr im Triebwerksektor

Bietigheim-Bissingen, 11. Juli 2012 - Die Triebwerktechnik ist das derzeit wichtigste Innovationsfeld der Flugzeugindustrie. Denn durch effizientere Antriebe lässt sich der Treibstoffverbrauch wirkungsvoll reduzieren. Dürr profitiert von dem hohen Entwicklungstempo, da der Konzern die passenden Montage- und Auswuchtanlagen bietet. Nach mehreren Aufträgen im ersten Halbjahr erwartet Dürr für 2012 einen Umsatzanstieg auf über 20 Mio. € in dem Segment. Verwendet wird die Dürr-Technik sowohl im Bau als auch in der Wartung von Triebwerken.

Für den Triebwerkhersteller Snecma, der zum französischen Safran-Konzern gehört, installierte Dürr zuletzt eine Montagelinie im mexikanischen Querétaro. Sie kommt im Maintenance Repair Overhauling (MRO) zum Einsatz, also bei der regelmäßigen Überholung der Triebwerke. Dieser Prozess läuft mit dem neuen FAStplant-Montagesystem von Dürr wesentlich rationeller ab. Bisher wurden die Triebwerke mit Kränen und Schiebewagen zwischen den Wartungsstationen transportiert. Nun bewegen sie sich in einer Fließfertigung automatisch von Station zu Station. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität der Anlage: Unterschiedliche Triebwerktypen können problemlos befördert werden, außerdem lässt sich die Linie schnell umbauen oder erweitern. Ihre Premiere im Triebwerkssektor hatte die in der Automobilindustrie bewährte FAStplant-Technik in einem Montagewerk des US-Herstellers Pratt & Whitney. „Um effizienter zu produzieren, setzt die Flugzeugindustrie verstärkt auf Fließfertigungssysteme analog zum Automobilbau. Diesen Technologietransfer kann Dürr mit seinem Know-how aus der Automobilindustrie beschleunigen“, erklärt Dr.-Ing. Uwe Siewert, Leiter des Dürr-Geschäftsbereichs Aircraft and Technology Systems.

Die Auswuchtmaschinen der Dürr-Tochter Schenck RoTec stehen in der Luftfahrtindustrie für das hochpräzise Messen und Beseitigen von Unwuchten. Bereits im Jahr 1907 war das Auswuchten von Flugzeugkomponenten eine der ersten Anwendungen der Schenck-Technik. Bis heute hat der Messtechnikspezialist dieses Geschäftsfeld zu einer anspruchsvollen Hightech-Nische weiterentwickelt. Pro Triebwerk müssen bei der Herstellung und Wartung rund 20 Bauteile ausgewuchtet werden. Dafür sind in der Regel unterschiedliche Auswuchtanlagen und ein spezielles Tooling erforderlich. Beim Auswuchten einer Triebwerkwelle, die bis zu 15.000 Umdrehungen pro Minute erreicht, ist eine Toleranz von nur 1 bis 3 Mikrometern Schwerpunktverlagerung zulässig. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist rund 50 Mikrometer dick. Diese Präzision zahlt sich für den Flugzeugbetreiber aus. Denn je geringer die Unwucht ist, desto weniger Vibrationen treten auf und desto sicherer und wirtschaftlicher funktioniert das Triebwerk.

„Die Auswuchttechnik für Flugzeugtriebwerke ist technologisch anspruchsvoll und erfordert eine umfassende Kenntnis des gesamten Prozessumfelds. Unser globales Vertriebs- und Service-Netzwerk sichert uns den direkten Zugang zu den Entwicklungsabteilungen aller wichtigen Triebwerkhersteller in Deutschland, den USA, Frankreich, Russland oder China sowie zu den MRO-Spezialisten. So können wir für jede Triebwerkinnovation die passende Auswuchttechnik für den ganzen Lebenszyklus eines Triebwerks anbieten“, sagt Dr.-Ing. Ralf-Michael Fuchs, Leiter des Dürr-Unternehmensbereichs Measuring and Process Systems.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Gut 80 % des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit vier Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems plant und baut Lackierereien und Endmontagewerke für die Automobil- und Flugzeugindustrie. Application Technology sorgt mit ihren Robotertechnologien für den automatischen Lack-, Dicht- und Klebstoffauftrag. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem beim Auswuchten und Reinigen, im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Der vierte Unternehmensbereich Clean Technology Systems beschäftigt sich mit Verfahren zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Abluftreinigung. Weltweit verfügt Dürr über 50 Standorte in 23 Ländern und beschäftigt rund 7.100 Mitarbeiter. Dürr erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von 1,9 Mrd. €.

 

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