Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289a HGB) beinhaltet die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Wir verfolgen dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und prägnant zu halten.

Entsprechenserklärung

Im Februar 2002 wurde die erste Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex präsentiert. Seitdem wurde der Kodex jährlich aktualisiert. Für Formulierung und Weiterentwicklung des Kodex ist die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance zuständig (www.corporate-governance-code.de).

Der Kodex basiert auf gesetzlichen Vorgaben, vor allem aus dem Aktiengesetz. Er enthält umfassende Empfehlungen für die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat, für eine transparente Kommunikation mit dem Kapitalmarkt sowie für den Schutz von Aktionärsinteressen.

Die Strukturen der Unternehmensleitung und Überwachung der Dürr AG stellen sich wie folgt dar:

Aktionäre und Hauptversammlung

Unsere Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr. Die jährliche Hauptversammlung bei Dürr findet in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres statt. Den Vorsitz der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende. Die Hauptversammlung entscheidet über alle ihr durch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben (u. a. Änderung der Satzung, Gewinnverwendung, Kapitalmaßnahmen).


Aufsichtsrat

Die zentrale Aufgabe des Aufsichtsrats besteht in der Beratung und Überwachung des Vorstands. Der Aufsichtsrat der Dürr AG ist paritätisch besetzt und besteht derzeit aus 12 Mitgliedern. Sechs Mitglieder wurden von den Aktionären in der Hauptversammlung und vier Mitglieder von den Arbeitnehmern gewählt. Zwei Mitglieder wurden von der IG-Metall gestellt.

Bei Abstimmung zählt im Falle eines Gleichstands die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden doppelt.

► Vergütungssystem für den Aufsichtsrat

 

Vorstand

Der Vorstand - als Leitungsorgan der Aktiengesellschaft - führt die Geschäfte des Unternehmens und ist im Rahmen der aktienrechtlichen Vorschriften an das Interesse und die geschäftpolitischen Grundsätze des Unternehmens gebunden. Er berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen der Geschäftsentwicklung, die Unternehmensstrategie sowie über mögliche Risiken.

Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus erfolgsabhängigen und fixen Bestandteilen zusammen.

► Vergütungssystem für den Vorstand

 

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (ohne Familie Dürr) halten weniger als 1% der Anteile an der Dürr AG. Eine Übersicht über die aktuelle Aktionärsstruktur finden Sie hier.


Transparenz

Eine einheitliche, umfassende und zeitnahe Information hat bei der Dürr AG einen hohen Stellenwert. Die Berichterstattung über die Geschäftslage und die Ergebnisse der Dürr AG erfolgt im Geschäftsbericht, auf Presse- und Telefonkonferenzen, in den Quartalsberichten und im Halbjahresbericht.

Des Weiteren werden Informationen über Pressemitteilungen bzw. Ad-hoc-Meldungen veröffentlicht. Alle Meldungen, Präsentationen und Mitteilungen sind im Internet unter Investoren/Media einsehbar.

Die Dürr AG muss laut Marktmissbrauchsverordnung bei Bedarf eine Insiderliste anlegen. Die betreffenden Personen werden über die gesetzlichen Pflichten und Sanktionen informiert.


Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Konzernabschluss wird seit dem Geschäftsjahr 2003 nach den IFRS-Richtlinien aufgestellt. Nach Erstellung durch den Vorstand wird der Konzernabschluss vom Abschlussprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Der Konzernabschluss wird innerhalb von 90 Tagen nach dem Geschäftsjahresende veröffentlicht.

Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats bzw. der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über Ausschluss- oder Befreiungsgründe bzw. über Unrichtigkeiten der Entsprechenserklärung, die während der Prüfung auftreten, unverzüglich informiert wird. Der Abschlussprüfer berichtet über alle für die Aufgabe des Aufsichtsrats wesentlichen Fragestellungen und Vorkommnisse, die sich während der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich an den Aufsichtsratsvorsitzenden.


Steuerungsgrößen und Kontrollsystem

Im Rahmen der Strategie "Dürr 2020" hat Dürr seine strategischen Ziele mit wertorientierten Kennzahlen hinterlegt. Die wichtigsten Größen für die Unternehmens- und Bereichssteuerung sind EBIT, operativer Cashflow, Free Cashflow und ROCE.

Für interne Audits ist die Revisionsabteilung der Dürr AG zuständig. Innerhalb der Divisions wird die reguläre Kontrollfunktion vor allem durch die Controlling-Abteilungen und namentlich benannte Risikomanager übernommen. Unser Risikomanagementprozess besteht aus neun Prozessschritten. Der wichtigste Schritt ist die so genannte Risikoinventur, für die das Management der operativen Einheiten zuständig ist. Dabei werden die jeweiligen Einzelrisiken ermittelt, den 15 definierten Risikofeldern zugeordnet und bewertet. Die Bewertung eines Risikos erfolgt nach einheitlichen Maßstäben mithilfe so genannter Risikostrukturblätter. Beurteilt werden die maximale Schadenshöhe, die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Effektivität möglicher Gegenmaßnahmen. Am Ende dieser Prüfung steht das so genannte Nettorisiko oder tatsächliche Risikopotenzial. Aus der Addition aller einzelnen Risikopotenziale ergibt sich die Gesamtrisikosituation des Konzerns. Diese wiederum lässt sich segmentieren nach spezifischen Risiken in den 5 Divisions sowie nach übergreifenden Risiken auf Konzernebene.


Diversität/Diversitätskonzept

Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter steht für uns an oberster Stelle und jeder Mitarbeiter hat ein Recht auf faire Behandlung, Höflichkeit und Respekt. Diskriminierung und Belästigung werden an keinem unserer Standorte geduldet. Insbesondere werden keine Benachteiligungen, zum Beispiel aufgrund einer Behinderung, des Geschlechts oder des Alters, toleriert. Bei der Besetzung von Stellen achten wir auf allen Ebenen im Konzern auf Vielfalt. Dabei streben wir eine angemessene Berücksichtigung von Frauen auch in Führungspositionen an. Als international tätiger Konzern sind Weltoffenheit und Vielfältigkeit wesentliche Faktoren unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Daher fördern wir die Zusammenarbeit – über Ländergrenzen hinweg, zwischen den Generationen und mit gleichen Chancen für Männer und Frauen.

Diversity gehört zu den fünf Grundwerten unseres Führungsmodells. Jede Führungskraft wird in ihrem Führungsverhalten an diesen gemessen und beurteilt.

Im Dürr-Konzern bieten wir eine Reihe unterschiedlicher Trainings und Seminare mit dem Fokus auf interkulturelle Vielfalt an. Darüber hinaus unterstützen viele international ausgerichtete Trainings die Offenheit in Bezug auf Diversity. Im Rahmen eines sogenannten Sozialbudgets stellen wir finanzielle Mittel zur kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen zur Verfügung. Die Arbeitnehmervertretungen und der Vorstand tauschen sich regelmäßig hierzu aus. Vielfältige Arbeitszeitmodelle, die den individuellen Bedürfnissen unserer Mitarbeiter Rechnung tragen, fördern die Chancengleichheit. Darüber hinaus fördern wir den internen Dialog zu auch in unserer Gesellschaft kontrovers diskutierten Themen wie Chancengleichheit, Religion, Zeitgeist und Lebensstil durch verschiedene Vorträge und Workshops.

Der Aufsichtsrat unterstützt die Diversitäts-Strategie des Konzerns. Bei der Auswahl des Vorstands stehen Kriterien wie die fachliche und soziale Kompetenz, internationale Erfahrung sowie charakterliche Eigenschaften im Vordergrund. Weniger bedeutend ist die Frage des Geschlechts.  Bei der Vorstandsbesetzung wird auf eine ausgewogene Altersstruktur Wert gelegt, wobei eine Altersgrenze von 63 Jahren besteht. Der Bildungshintergrund sollte zumindest ein Hochschulstudium bzw. ein vergleichbarer Abschluss sein. Die Vorstandsmitglieder sollten über langjährige Berufserfahrung in vergleichbaren Positionen und in für Dürr relevanten Branchen verfügen. Die im Jahr 2017 eingetretenen Vorstände erfüllen nach Ansicht des Aufsichtsrats die oben beschriebenen Kriterien.


Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst

Seit dem 1. Mai 2015 gilt in Deutschland das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Seine wesentlichen Bestimmungen fanden auch Eingang in den Corporate Governance Kodex. Unternehmen, die börsennotiert sind oder der Mitbestimmung unterliegen, sind dazu verpflichtet, sich selbst Ziele hinsichtlich des Frauenanteils in ihren Vorständen und in ihren obersten beiden Managementebenen unterhalb des Vorstands zu setzen und diese eigenständig definierten Ziele zusammen mit einer Frist für die Zielerreichung zu veröffentlichen.  

Wir haben die gesetzlichen Anforderungen wie folgt erfüllt:

  • Dem Aufsichtsrat der Dürr AG gehören seit den Wahlen im Jahr 2016 vier weibliche Mitglieder an. Dies entspricht einem Frauenanteil von 33 %, damit ist die gesetzliche Mindestquote von 30 % erfüllt.
  • Der Frauenanteil im Vorstand der Dürr AG beträgt 0 %, eine Erhöhung ist bis zum 30. Juni 2022 nicht vorgesehen.
  • In der obersten Managementebene der Dürr AG beträgt der Frauenanteil 0 %, in der zweiten Managementebene waren es zum 30. Juni 2017 33 %. Als Zielgrößen wurden für die erste Managementebene 0 % und für die zweite Ebene 20 % festgelegt. Die Erreichungsfrist endet für beide Zielgrößen am 30. Juni 2022.

 

Erklärungen zur Unternehmensführung weiterer Konzerngesellschaften nach § 289a Abs. 4 HGB

Neben der Dürr AG ist die Dürr Systems AG nach den §§ 76 Abs. 4 und 111 Abs. 5 AktG verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil und Fristen für deren Erreichung festzulegen.

Erklärung der Dürr Systems AG nach § 289 a Abs. 4 HGB

  • Dem Aufsichtsrat der Dürr Systems AG gehören keine weiblichen Mitglieder an; die Zielgröße wurde auf 0 % festgelegt.
  • Der Frauenanteil im Vorstand der Dürr Systems AG beträgt 0 %; eine Erhöhung dieser Quote wurde nicht festgelegt.
  • In den beiden obersten Managementebenen der Dürr Systems AG beträgt der Frauenanteil in der ersten Führungsebene 3,1 %, in der zweiten Führungsebene 6,1 % zum 31. Mai 2017. Die Zielgrößen betragen 3,1 % auf Ebene 1 und 6,1 % auf Ebene 2. Die Erreichungsfrist endet für beide Zielgrößen am 30. Juni 2022.

► Risikomanagement

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstandsvorsitzende von Dürr führt gemeinsam mit einem weiteren Mitglied des Vorstands das operative Geschäft. Der Finanzvorstand ist für die ihm nach Geschäftsverteilungsplan zugewiesenen Ressorts – unter anderem Finanzen, Steuern, Recht, Investor Relations – zuständig. Die Leiter der Divisions berichten an den Vorstand und tragen die weltweite Ergebnisverantwortung für ihren jeweiligen Bereich.

Auf Ebene der Divisions nimmt das Dürr Management Board Steuerungsaufgaben war. Dieses Board besteht aus dem Vorstand, den jeweiligen Division-Leitern und deren Controllern. Auf Konzernebene stellen die Senior Executive Group (einschließlich der Geschäftsführer der operativen Gesellschaften) und die weiter gefasste Senior Management Group die internationalen Führungskreise dar.

Nach § 6 der Satzung der Dürr AG bestellt der Aufsichtsrat die Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat entscheidet, wie viele Mitglieder der Vorstand haben soll (laut Satzung mindestens zwei), ob es einen Vorsitzenden geben soll, benennt diese und beschließt, ob stellvertretende Mitglieder oder ein stellvertretender Vorsitzender bestellt werden sollen. Bei seinen Überlegungen achtet der Aufsichtsrat auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt insbesondere die angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Der Aufsichtsrat erlässt eine Geschäftsordnung für den Vorstand, die einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte sowie einen Geschäftsverteilungsplan enthält. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats entscheidet, ob die Vorstandsmitglieder an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilnehmen sollen. Schließlich gibt sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung.

Seit 2017 besteht der Vorstand aus drei Mitgliedern. Die Geschäftsverteilung zwischen den Mitgliedern ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan. Im Regelfall nimmt der Vorstand an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil; der Vorstand berichtet zu den einzelnen Tagesordnungspunkten und Beschlussvorlagen und beantwortet die Fragen der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder.

Eine schriftliche Einladung und eine Übersicht über alle Tagesordnungspunkte erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats zwei Wochen vor jeder Sitzung. Eine Woche vor der Sitzung schließlich erhält der Aufsichtsrat zu den einzelnen Punkten Berichte und Informationen sowie zu den Beschlussanträgen ausführliche schriftliche Unterlagen.

Bevor sich das Plenum trifft, finden getrennte Vorgespräche der Arbeitnehmer- und der Anteilseignervertreter statt, in denen die Mitglieder des Vorstands Details erläutern und Fragen beantworten.

Von der Möglichkeit, Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren zu fassen, wird verhältnismäßig selten und nur in Fällen Gebrauch gemacht, die besonders eilbedürftig sind.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erläutert jedes Jahr die Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse in seinem Bericht an die Aktionäre und in der Hauptversammlung.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats trifft sich regelmäßig mit dem Vorstand und erörtert mit diesem aktuelle Fragen. Außerhalb dieser Treffen informiert der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden mündlich und schriftlich über aktuelle Entwicklungen.

Der Dürr-Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse gebildet, die bestimmte Arten von Geschäften und deren Beschlussfassungen vorbereiten und die Ausführungen überwachen.

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