Nachhaltigkeit bei Dürr

Interview mit Dürr-Finanzvorstand Carlo Crosetto

Herr Crosetto, Sie sind seit Anfang 2017 als Finanzvorstand an Bord der Dürr AG und unter anderem für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Es ist spannend zu sehen, was wir beispielsweise für unsere Mitarbeiter in aller Welt tun. Für uns als Engineering-Konzern sind sie ja besonders wichtig. Unsere Mitarbeiter sind es auch, die die vielen verschiedenen Projekte zur Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks mit Leben erfüllen. Davon bin ich wirklich beeindruckt. Für Dürr ist Nachhaltigkeit kein neues Thema, sondern gehört seit jeher dazu.

 

Wo haben Sie Verbesserungsbedarf entdeckt?

Bislang initiieren unsere Tochtergesellschaften und Standorte viele Maßnahmen eigenständig. Als Vorstand in der Konzernholding liegt uns natürlich viel daran, einheitliche Standards in allen Gesellschaften zu haben. Dazu gehören insbesondere Konzernrichtlinien und globale Reporting-Strukturen. Beispielsweise im Bereich Gesundheit und Arbeitsschutz haben wir eine solche weltweite Struktur gerade erfolgreich installiert. Angesichts des erreichten und geplanten Unternehmenswachstums sehe ich steigenden Bedarf, solche globale Strukturen auch in anderen Teilbereichen aufzubauen – etwa für Umweltthemen.

 

Spielt Nachhaltigkeit bei den Produkten des Dürr-Konzerns eine Rolle?

Eine sehr große sogar! Unser Kundenversprechen lautet Leading in Production Efficiency. Unsere Kunden sollen mit unseren Lösungen also effizienter fertigen können. Dieses Ergebnis erreichen wir meistens durch deutliche Einsparungen bei der Anlagengröße und beim Ressourcenverbrauch – was natürlich gleichzeitig die Umwelt schont. Umweltaspekte in der Produktion werden für unsere Kunden auch aus Reputationsgründen immer wichtiger. Darf ich Ihnen ein Beispiel geben? Wenn Sie heute eine ältere Lackieranlage durch modernste Dürr-Technologie ersetzen, sparen Sie allein mit dieser einen Anlage jährlich mehr Energie und CO2-Emissionen ein, als der gesamte Dürr-Konzern weltweit verbraucht und verursacht. Ähnliches gilt für die benötigte Wassermenge.

 

Unser Kundenversprechen lautet Leading in Production Efficiency. Unsere Kunden sollen mit unseren Lösungen also effizienter fertigen können.

Interessieren sich Ihre Kunden und Investoren auch für Nachhaltigkeitsaspekte des Dürr-Konzerns?

Ja, unbedingt. Gerade die großen Kunden aus der Automobilindustrie fordern zunehmend detailliert Auskunft. Das sind viele Seiten lange Fragebögen, die von Maßnahmen zur Verhinderung von Diskriminierung bis zum Abwasserhandling an ausländischen Standorten reichen. Von Investorenseite werden wir dagegen noch selten auf Nachhaltigkeitsthemen angesprochen. Aber auch hier gibt es einen klaren Trend. Immer mehr professionelle Anleger beziehen die Ratings spezialisierter Organisationen wie VIGEO oder CDP in ihre Entscheidungen ein.

 

Immer mehr professionelle Anleger beziehen die Ratings spezialisierter Organisationen wie VIGEO oder CDP in ihre Entscheidungen ein.

Wie werden Sie zukünftig über Nachhaltigkeit berichten?

Bislang haben wir neben dem Geschäftsberichtskapitel Nachhaltigkeit einen separaten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, der umfassender war und mit konkreten Beispielen einen Eindruck davon gab, was wir unter Nachhaltigkeit bei Dürr verstehen. Angesichts rechtlicher Änderungen werden wir nun im Geschäftsbericht eine sogenannte nichtfinanzielle Erklärung veröffentlichen. Diese wird umfangreicher als das bisherige Geschäftsberichtskapitel und geht verstärkt auf konzeptionelle Facetten wie Zuständigkeiten, Strukturen und Richtlinien ein. Ein zusätzlicher, separater Nachhaltigkeitsbericht ist dann ab dem Jahr 2018 nicht mehr vorgesehen. Im Nachhaltigkeitsbereich unserer Homepage werden wir auch weiterhin umfangreiche Informationen bereitstellen.

 

keyboard_arrow_up